Unverschuldete Ausfälle haben im Motorsport dem RSG-Team Ertl am Lausitzring die Gesamtführung gekostet. Plan des Burghauser Rennteams Ertl war es auf dem 4534 Meter langen Lausitzring im fünften und vorletzten Saisonlauf zum Porsche-Sports-Cup die Führung in der Gesamtwertung zu verteidigen oder im Idealfall sogar auszubauen. Doch es kam alles anders.
Das Wochenende startete am Freitag wie üblich mit einem freien Testtag, um sich an die Strecke und die Rahmenbedingungen zu gewöhnen, ehe es dann am Samstag für die Teilnehmer der Porsche-Sprint-Challenge ernst wurde. Nach einem 1. Platz im freien Training und dem darauffolgenden Zeittraining sicherte sich der Burghauser Lukas Ertl die Pole Position für alle Durchgänge, und das gesteckt Ziel war in greifbarer Nähe. In der mit 20 Fahrzeugen am stärksten besetzten Klasse des Porsche-Cup war das eine beachtliche Leistung und schuf für den Motorsportler der RSG Burghausen die besten Voraussetzungen im Titelkampf.
Das erste Rennen verlief nahezu perfekt, Platz 1 in der Klasse 5c (Porsche 991 GT3 Cup ab Baujahr 2017) stand mit 15 Sekunden Vorsprung auf der Anzeige. Zum Schluss des Rennens konnte Ertl sogar fast noch an den deutlich PS stärkeren GT3 R von Peter Mamerow heranfahren, der in der Klasse 7f (Porsche 991 GT3 R gemäß Homologation) startete. In der Homologation wird der Rahmen abgesteckt, in dem Änderungen erlaubt oder verpflichtend sind. Sicherheitsausrüstung ist exakt einzuhalten.

Um 21.30 Uhr folgte ein weiteres Highlight, ein zusätzliches angesetztes Nachtrennen, das Ertl ebenfalls gewann und ihm zugleich auch Platz 1 in der Gesamtwertung sicherte.

Die Sichtverhältnisse waren für den führenden Burghauser nicht gerade optimal, da kein vorausfahrendes Fahrzeug die Strecke zusätzlich ausleuchtete und er ohne Zusatzscheinwerfer auf der Strecke war. Diese Tatsache kostete Ertl einen kleinen Fahrfehler, bei dem er gegen Mitte der Rennen kurz ins Kiesbett rutschte und beinahe die Führung verlor. Dieses Quäntchen Glück fehlte am darauffolgenden Renntag. Am Vormittag startete das letzte Rennen des Wochenendes. Nach einem guten Start in Führung liegend war Ertl schon in die erste Kurve eingebogen, als ein hinter ihm fahrender Konkurrent sich fatal mit seinem Bremspunkt verschätzte und den in Führung liegenden Porsche von Ertl regelrecht aus dem Rennen schoss. Die Beschädigungen am Fahrzeug waren danach so stark, dass das Rennen nicht mehr fortgesetzt werden konnte.
Ertl kommentierte das Geschehen so: „Das ist natürlich sehr frustrierend, nachdem ich schon in Oschersleben an erster Position von einem übermotivierten Mitstreiter vor der ersten Kurve aus dem Rennen geschoben wurde. Nun erneut ein unverschuldet frühes Rennende und somit keine Punkte. Die Rennleitung sollte einmal härtere Strafen aussprechen, um sowas in Zukunft zu vermeiden.“
Für seinen Bruder Maximilian lief das Sprintrennen erfolgreicher. Maximilian Ertl, der in einem älteren Porsche GT3 Cup der Klasse 5b (Porsche 991 GT3 Cup ab BJ 2013) ebenfalls im 20 Starter starken Pulk an den Start ging, belegte in seiner Klasse einmal den 2. Platz, und zweimal stand er ganz oben auf dem Podest.
Das Endurance-Rennen des Rennwochenendes am Lausitzring, das das Vater-Sohn-Gespann nach dem Sieg in Oschersleben voller Vorfreude und hoch motiviert startete, nahm ebenso ein frühes, rüdes Ende. Bereits in der zweiten Rennrunde war schon Schluss, und die geplante Titelverteidigung Geschichte.

Nach einem bereits geglückten und abgeschlossenen Überholmanöver fuhr das gerade überholte Fahrzeug in der darauffolgenden Kurve in das Heck von Maximilian Ertls Wagen, sodass das Fahrzeug sich drehte und quer auf der Strecke zum Stehen kam. Ein direkt folgendes Fahrzeug hatte keine Chance mehr auszuweichen und kollidierte mit dem unverschuldet aus dem Rennen gekickten Wagen der Ertls. Hierbei wurde der GT3 so stark beschädigt, dass er vorzeitig abgestellt werden musste.
In der Meisterschaft liegt das Team trotz des unglücklichen Rennverlaufs aber dennoch auf einer aussichtsreichen 2. Position für das Saisonfinale am Hockenheimring am 8. Oktober. In der Sprint- wie auch in der Endurance-Challenge können sich die drei Burghauser vom RSG-Team Ertl noch den Titel sichern.

Porsche Sports Cup Deutschland – 5. Lauf Lausitzring 2021 – Foto: Gruppe C Photography

 

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